Die Friedenseiche auf dem Bummkopf

 

Hier in diesem Wäldchen stand seit alters her ein mächtiger Eichenbaum. Er stand zentral und weithin sichtbar auf der Höhe in einem Moselbogen.  Aus allen umliegenden Orten führen Wege zu diesem Platz.

Mehrere keltische Hügelgräber weisen hier auf  eine der ältesten vorchristlichen Kultstätten im Moselbereich hin. Auch die Römer kannten diesen Platz, führte doch die Verbindung aus der Eifel über die Reiler Furt zur Ausoniusstraße hier vorbei.

Nach mündlicher Überlieferung soll der hl. Bonifatius den alten und von den Bewohnern verehrten Baum gefällt haben, als Beweis dafür, dass das Christentum den alten Göttern überlegen ist.  Danach errichtete er das Zeichen des Kreuzes, predigte und taufte die Einwohner.

In späteren Jahren wurde jedoch wiederum eine Eiche an alter Stelle gepflanzt. Der Ort entwickelte sich wieder als Treffpunkt und verschiedene Hinweise erzählen uns, dass wieder Trink- und Sonnenwendfeiern, jetzt aber ohne religiösen Charakter, veranstaltet wurden.

Zum Gedenken an die Befreiung von der napoleonischen Herrschaft und  den  Frieden von 1813/1814 wurde unter dieser "Friedenseiche" ein kleines Basalt-Denkmal errichtet und die Eiche als Naturdenkmal unter kaiserlichen Schutz gestellt.

Wie uns die alten Aufzeichnungen erzählen,  wurde 1913 als Erinnerung an "100 Jahre Erhebung Preußens"  hier ein großes Fest gefeiert. Das  vielschichtige Programm, enthaltend Lieder und Festspiele der Schulkinder aus der Zeit der Erhebung Preußens, wurde mit gutem Erfolg abgewickelt. Die Festrede des Lehrers machte einen großen Eindruck auf die Zuhörer. Dazu stiftete die Gemeinde Briedel für alle Teilnehmer zwei Ohm Wein (280 Liter) und auch die vielen Kinder wurden mit Leckereien belohnt.

1939 wird hier auf  dem Bummkopf  eine Flakstellung zum Schutz der Eisenbahnbrücke Bullay und des Pündericher Viaduktes eingerichtet. Die hohe Eiche und der umgebende Wald behinderten  Sicht und Schussfeld. So wurde dieses altehrwürdige Denkmal ein weiteres Mal einfach gefällt. Militärische Erfordernisse setzten sich über die Schutzwürdigkeit einfach hinweg.

Reste des Denkmals finden sich heute unter einem kleinen Eichenbäumchen am Rande des Wäldchens.

 

 

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