Kreuze und Bildstöcke in Briedel

Frömmigkeit war seit dem Mittelalter integraler Bestandteil im Lebens der Menschen. Als Zeichen und zur Unterstützung dieser Frömmigkeit wurden seit Altersher Kreuze als Symbole in der freien Natur aufgestellt. Markante Punkte oder Weggabelungen boten bevorzugte Aufstellorte. Oftmals hatten diese Gedenkkreuze auch Unfälle, Seuchen oder familiäre Schicksalsschläge als Ursprung.

Auch auf der Briedeler Gemarkung sind verschiedene Gedenkkreuze erhalten geblieben.
Mehrere in den Überlieferungen genannte Flurkreuze sind verloren gegangen, da diese Frömmigkeitszeichen in der Zeit der französischen Besatzung um 1800 verboten waren.

Das bekannteste ist sicherlich das „Reiler Kreuz", ein 1643 von 9 Briedeler Familien aufgestelltes sandsteinernes sogenanntes Pestkreuz. Der ursprüngliche Standort lag am Ortsausgang an der Weggabelung zur früheren Wallfahrtskirche Reilkirch. Heute steht es, nach einem Zwischenaufenthalt am Sportplatz, wieder am Ortsausgang, ca 200 Meter nördlich.
Es war früher gleichzeitig auch Station bei den Flurprozessionen.
(siehe: Das Reilerkreuz)

Einige Unglückskreuze zeigen heute noch ihre mahnende Wirkung:

Am Fährhäuschen ist das sandsteinerne Gedenkkreuz an den dort 1836 in der Mosel ertrunkenen Trierer Schiffer Johann Fischer. Eine Restaurierung und Sicherung steht hier an.

Unter dem Felskopf in Trieren, etwa 20 Meter oberhalb des Uferweges, steht das zum Gedenken an den 1734 hier abgestürzten Winzer Jacob Fischer aufgestellte Basaltkreuz.

An der Bergstraße auf Höhe der Waldschenke ist in der 1894 erbauten Stützmauer in einer kleinen Nische ein kleines Bildstöckchen zum Dank für die unfallfreien Arbeiten beim Straßenbau errichtet worden

Auf der Kirchentreppe, wo sich die Zugänge von Römer- und Sündstraße treffen, steht ein kleiner Bildstock Die ursprüngliche Figur der Heiligen Familie wurde 1967 gestohlen. Nach einem Provisorium wurde der Bildstock 2010 renoviert und mit einem Bildnis der Hl Veronika, aus Terrakotta geschaffen von Künstler Andres, ausgestattet.

Die Grabkreuze (Grabsteine) auf dem Friedhof sind heute in ihrer äußeren Form nicht immer als Kreuz zu erkennen, sie dienen und dienten aber seit jeher dem Gedenken an die dort beerdigten Menschen.

Auf der Zwischenterasse des Friedhofs steht am Ende der hohen Treppe 3,5 m hohes gusseisernes Kreuz auf hohem Sockel. Aufgestellt wurde es 1842 anlässlich der Erweiterung des Friedhofes.

Einige alte Basalt Grabkreuze aus dem 16./17. Jh. sind uns noch erhalten geblieben. Bemerkenswert dazu ist, das seinerzeit oftmals keine Namen, sondern nur die runenartigen Hausmarken eingemeißelt wurden. Sie zieren heute die Mauer am Friedhofseingang. Weitere 1938 von Hans Vogts in Rheinische Kunststätten noch beschriebene 6 Basaltgrabsteine und ein aus 1736 stammendes sandsteinernes Friedhofskreuz sind heute verschollen.
Siehe auch: Gilles, Chronik der Gemeinde Briedel

Auch das sandsteinerne Grabkreuz der Familie Siverin-Simonis ist teilweise erhalten geblieben. Es ist heute am Haus der Familie, in der Wand des Hauses Graf-Salm-Straße 5 eingelassen.
(siehe Kreisjahrbuch 1998: Das Sandsteinkreuz der Eheleute Johannes Siverin und Catharina Simonis)

Neben dem Kircheneingang gegenüber den Priestergrabstätten, steht das mittlerweile stark verwitterte sandsteinerne Grabkreuz aus 1814 für den Pfarrer Peter Schmitz.
Siehe Kreisjahrbuch 2000: Der Grabstein des Briedeler Pfarrers Peter Schmitz)

In einem Erker des Hauses Graf-Salm-Str. 5/Ecke Auf dem Bach (früher Neugasse 133, bzw. Haus Nr. 225) steht eine große Figur ds Hl. Nepomuk aus Mitte 18. Jhd.

Quellen, sowie Fotos bzw. Zeichnungen:
Josef Scholl, Wegweiser zu Wegkreuzen, Wegkapellchen und Inschrifttafeln in der Gemeinde Briedel, 1961
Meyer G.J., Wegekreuze und Bildstöcke im Kreis Zell, 1960
Vogts Hans, Die Kunstdenkmäler des Kreises Zell, 1938
Gilles, Die Geschichte der Gemeinde Briedel bis 1816, 1996
Pfarrchronik Briedel
Ortschronik Briedel

 

 

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