Wasserversorgung

Frisches Trinkwasser war von Anbeginn an überlebensnotwendig. So zogen schon die ersten Jäger und Sammler von Quelle zu Quelle durch die Wälder unserer Heimat und siedelten in der Nähe von frischem Wasser. Da auch die Tiere sauberes Wasser suchten, war an diesen Stellen auch ein gutes Jagdrevier.

Mit dem Sesshaftwerden der Menschen nahm der Wert dieser Gebiete zu und es kam schon früh zu oftmals schweren Kämpfen um besondere Wasserstellen. Der Bedarf an sauberem Wasser ist im Laufe der Jahrtausende stetig gewachsen und heute erleben wir, z.B. im Nahen Osten, große Kriege im Streit um die Wassersreserven.

Mit dem Größerwerden der Ansiedlungen wurde die Versorgung aller Bewohner mit frischen Trinkwasser immer problematischer. So bekamen die römischen Legionäre in den Kastellen täglich eine Ration Wein als Grundtrank zugeteilt. Dieser Brauch führte dazu, dass der Weinbau sozusagen mit den Truppen nach Norden kam und bei uns in Briedel die ersten Weinreben gepflanzt wurden. Frisches Wasser war abseits der Quellen nicht lange haltbar und der durch den Alkohol hygenisch saubere Wein konnte über weite Strecken transportiert werden. Der Wein, mit im Verhältnis zu heute geringerm Alkoholgehalt wurde teils noch durch Würzen oder Feuern haltbarer gemacht.

Im Mittelalter entstanden die Burgen und Klöster, die oft an strategisch wichtigen Stellen abseits frischer Wasserquellen erbaut wurden. Auch hier kam der Wein als tägliches Getränk auf den Tisch. Um diesem Bedarf zu decken, versuchten Klöster und Adel intensiv, Weinberge oder Zehntrechte zu erwerben. Dies führte dazu, das die Briedeler Weinberge zum größten Teil in deren Besitz waren und die einheimischen Winzer die Trauben und den Wein abliefern mussten. In Klöstern, denen es aus räumlichen oder finanziellen Gründen nicht gelang, an ausreichend Trinkwein heranzukommen, wurde ersatzweise Bier gebraut.

Am Briedeler Brerdelbach wurde vor Jahren eine noch gut erhaltene römische Wasserleitung aus konisch zusammengesteckten Tonrohren aufgefunden, die die römischen villa rustica mit frischen Trink- und Brauchwasser für Mensch, Vieh und Badehäuser versorgte.

Da das Decken des Wasserbedarfs am öffentlichen Bach durch zunehmende Entfernung der Häuser immer schwieriger wurde, begannen einige, in ihren Kellern eigene Brunnen (Petz) bis zum Grundwasser abzutäufen. Einige davon sind uns noch erhalten und werden noch heute als Brauchwasserreservoir genutzt. Aber auch die Gemeinde grub innerhalb der Ortsmauer einige Brunnen, die für alle Bürger zur Verfügung standen.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts, die Bevölkerung und auch der Viehbestand hatten stark zugenommen, reichten diese Brunnen besonders in trockenen Sommern nicht mehr aus. Daher wurde im Briedeler Bachtal eine Quellfassung errichtet und das Wasser über eine Leitung in die Dorfmitte geleitet. Die „Strooßer Boar" war damit die immer fließende Wasserstelle für alle. 1866, beim Ausbau der Hauptstraße, war dieser Brunnen hinderlich und wurde abgebaut. Ersatzweise wurde ein Basaltobelisk als Kriegerdenkmal errichtet, der noch drei Wasserbecken erhielt. Die Nutzung scheint hier nicht immer regelkonform abgelaufen zu sein, denn der Gemeinderat verbot 1846 ausdrücklich, in den Becken die Kartoffelsäcke zu waschen und belegte Zuwiderhandlungen mit drastischen Strafen.

1827 begannen die Briedeler, den Ort Zug um Zug mit einer Wasserleitung von der Quelle bis in die Häuser hinein zu versorgen. 1866, so berichtet die Chronik, waren alle Häuser an die gemeindliche Wasserleitung angeschlossen. Reparaturen und Ergänzungen des Wasserleitungsnetzes ist seither immer wieder notwendig geworden.

Der Bau der Wasserleitung erfolgte ausschließlich mit Mitteln der Gemeinde, die diese durch Holzverkauf aus dem Waldbesitz finanzierte. Anliegerbeiträge und Ausbaubeiträge kannte man damals noch nicht.

1894 wurden mehrere Hydranten in die Wasserleitung eingebaut, um bei der Brandbekämpfung schneller mehr Wasser zur Verfügung zu haben. Bis dahin wurde bei Feuersbrünsten über Menschenketten Moselwasser mittels Ledereimern zum Löschen verwandt. Zu den Verpflichtungen aus den Bürgerrechten gehörte auch die Anschaffung und Unterhaltung von Ledereimern, die zentral gelagert wurden. 1929, so lesen wir, waren bei einem Brand am Fastnachtsmontag die Wasserleitungen eingefroren. Die Verzögerung der Löscharbeiten führte zu hohen Schäden.

1907 wurden auf behördliche Anordnung die noch in Betrieb stehenden Teile der ersten Leitungen ausgetauscht. Um 1927 erfolgte wieder einmal eine aufwändige Erneuerung der Wasserleitungen. Dies belastete die die Gemeindekasse stark. Die ersten Häuser wurden mit Wasserspülklosetts und Badezimmern ausgestattet. Dies führte dazu, dass sich deren Wasserverbrauch erhöhte und ein Ungleichgewicht mit den anderen Einwohnern entstand. Zunächst mussten die „Mehrverbraucher" einen pauschalen Zuschlag zahlen. Nach langen Diskussionen wurde dann 1931 der Einbau von Wassermessern beschlossen, um die Kosten bedarfsgerecht auf die Nutzer umlegen zu können. Ein fester Grundbetrag sollte dabei verhindern, das einige Hausbesitzer ihr Wasser wieder überwiegend aus dem heimischen Kellerbrunnen schöpfen würden.

Die ergiebigen Quellen im Distrikt Beient, die aus topografischen Gründen nicht zur Versorung der Ortslage Briedel herangezogen werden konnten, wurden 1912 an die Stadt Zell verpachtet.

Die erste Brunnenstube (Vorratsbehälter) wurde in der Bergstraße (jezt Raiffeisen-Schuppen) errichtet. Der Ort wuchs und Bedarf und Druckverhältnisse erforderten einen größeren und höher gelegenen Vorratsbehälter, der dann in der Römerstraße errichtet wurde. Die Quellfassung im Haubrichsborner Seifen wurde dazu wesentlich erweitert. 1973 war auch dieser Hochbeälter zu klein und wurde durch den derzeitigen neuen Vorratsbehälter in der Bergstraße oberhalb des Mühlchens ersetzt. Weges des höheren Verbrauchs und Engpässen in trockenen Sommern wurde eine weitere große Quelle im Distrikt Kisselborn erfasst und angeschlossen.

Die Zuständigkeit für die gemeindliche Wasserversorgung ging im Zuge der Verwaltungsreform 1974 auf die Verbandsgemeinde Zell über und 1988 erfolgte dann die Übertragung auf das Kreiswasserwerk. Die laufenden Kosten werden über eine grundstücksabhänige Grundgebühr sowie einen verbrauchsabhängigen Arbeitspreis finanziert. Bei Neuerrichtungen und wesentlichen Erneuerungen werden die Grundstückseigentümer mit Erschließungskosten herangezogen.

Die Wasserförderung unserer eigenen Quellen mit hervorragendem und unbelastetem Wasser ist für die Gemeinde Briedel bisher ausreichend. Einem Anschluss an den überregionalen Wasserversorungsverbund mit Eifelwasser wurde von den Bürgern daher stets abgelehnt. Ein, wenn auch technisch bedingter, Engpass verlanlasste das Kreiswasserwerk jedoch 2007, eine Anschlußleitung nach Pünderich und damit an das Fernwassernetz zu errichten um darüber im Bedarfsfalle die Versorgung sicherzustellen.

 

Wasserentsorgung ( Kanalisation)

Im Zuge der Wasserversorgung wurden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts auch Abwasserleitungen verlegt. Bis dahin entsorgte man das verschmutzte Wasser über „die Mist", die Senkgrube unter dem Düngemisthaufen, der zu jedem Haus gehörte. (Ob das für den Hausbrunnen im Nachbarhaus von Vorteil war?)

Die Abwasserkanäle waren zunächst gemauerte abgedeckte Rinnen in den Straßen. Erst später wurden Ton- und Betonrohre verwandt, die so tief verlegt wurden, dass auch die Keller angeschlossen werden konnten. Die Leitungen ergossen sich ungeklärt in die Mosel und an den Kanalaustritten war ein erhöhter Fischbestand zu erkennen.

1925, so wird berichtet, war die gesamte Ortslage kanalisiert und alle Ortsstraßen befestigt und gepflastert.

Mit Beginn der Moselkanalisierung und später dem Bau der Umgehungsstraße wurde in der Moselstraße ein Abwassersammler verlegt, der alle Abwasserleitungen aufnahm. Später mit den Arbeiten im Rahmen der Dorferneuerung wurde die gesamte Kanalisation nach modernen Gesichtspunkten erneuert und alles ab 1984 an die Gemeinschaftskläranlage angeschlossen. Dies war auch eine der technischen Voraussetzungen für den Bau des Hochwasserschutzes.

Die Ausweisung weiterer Baugebiete beansprucht die Dimensionen der alten Leitungen stark. So besteht bei Starkregen die Gefahr von Rückstau in die Kellergeschosse. Die betroffenen Häuser mussten zur Sicherheit aufwändig Rückschlagventile einbauen.

Zuständig ist seit der Verwaltungsreform das Abwasserwerk der Verbandsgemeinde. Für die laufenden Kosten wird eine flächenbezogene Gebühr sowie eine am Frischwasserverbrauch ausgerichtete Verbrauchsgebühr erhoben. Erneuerungen und Neuanlagen werden zu einem wesentlichen Teil von den Anliegern über Anliegerbeiträge bezahlt.

 

 

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